Kategorie: Queer-Feminism

Take down RSD!

Content note: Dieser Text thematisiert und zeigt sexualisierte Gewalt, sowie übergriffige Aussagen und Situationen!

“Ich lief durch die Straßen und zog ihre Köpfe an meinen Schwanz.“
Dieser Ausspruch stammt von einem selbsternannten „Verführungskünstler“, wohl dem momentan bekanntesten von ihnen: Julien Blanc. Dieser ist Mitarbeiter in einer Organisation, genannt „Real Social Dynamics“ (RSD), die sich 2002 in Amerika gründete und ca. 10 Jahre später weltweit Erfolge mit ihren ausgebuchten Seminaren feiert.
In diesen Seminaren wird Männern* nicht beigebracht, Frauen* „zu verführen“, wie es RSD selbst gerne formuliert, sondern ihnen werden Anleitungen zu – möglichst einfach gemachtem – sexuellem Missbrauch mitgegeben.
Was hier unterstützt, gefestigt und praktiziert wird, ist eine bereits in der Gesellschaft vorhandene Rape Culture. Dass bedeutet, dass eine Gesellschaft existiert, in der sexuelle Übergriffe und Gewalt sowohl ständig vorkommen, als auch hingenommen und letztendlich sogar verharmlost werden. Diese Verharmlosung führt meist dazu, dass der von sexueller Gewalt betroffenen Person eine Mitschuld am Übergriff gegeben wird. RSD basiert einerseits auf ebendieser Rape Culture, andererseits fördert sie ihre Weiterverbreitung.

„Jungs, packt sie euch einfach!“ – Taktiken und Überzeugung
In der Anschauung von RSD und den Teilnehmenden wird der Körper einer Frau* als Objekt der Begierde betrachtet, das sich Männer zu eigen machen und im besten Fall ins Bett kriegen sollen – falls nötig, auch mit physischer Gewalt. Diese Methoden sollen zudem bei jedem stattfindenden Seminar anschließend „in freier Wildbahn“ ausprobiert und gefestigt werden.
Bei diesen weltweit stattfindenden „Seminaren“ wird Teilnehmenden in mehreren sich vom Ansprechen zum Sex steigernden Stufen beigebracht, den Willen von Frauen* nicht „nur“ zu ignorieren, sondern ihn faktisch zu „brechen“. Die Praktiken bestehen nicht aus reinen körperlichen Handlungen, dabei wird auch psychische Gewalt, Unterwerfung und schließliche Kontrolle praktiziert, was sich auch an Blanc’s Auffassung der Psyche von Frauen* zeigt: “Mein liebstes Sexspielzeug ist die Psyche meiner Freundin.“
Zu diesen Methoden gehört unter anderem das ungefragte, plötzliche Würgen von Frauen* oder auch das Drücken des Kopfes unbekannter Personen zwischen die eigenen Beine. Dies geschieht primär in der Öffentlichkeit, zum Beispiel in Diskotheken, am Bahnsteig oder auf öffentlichen Plätzen.
Doch diese Handlungen allein sind für ihn offenbar noch nicht genug. Öffentlich unter dem Hashtag #ChokingGirlsAroundTheWorld („Mädchen würgen auf der ganzen Welt“) profilieren er, andere Rape-Coaches und die Teilnehmer deren Seminare sich mit diesen Übergriffen mithilfe von Bildern oder Videos.
Klare Willensäußerungen gegen das Handeln der Männer* werden strikt übergangen, was so auch deutlich im „Lehrplan“ vorgesehen ist: „There is no such thing as rejection, because it’s never over. In my mind, it’s just never fucking over. A girl blowing me off is just unfinished business, that’s all I view it as.“ (Julien Blanc)
Somit wird auch ein gewalttätiges Vorgehen gegen den Willen der Frau* nicht nur geduldet oder in Erwägung gezogen, sondern schlicht und einfach propagiert.

Take down RSD! Take down sexism!
Die von den sogenannten „Rape Culture-PredigerInnen“ veranstalteten Seminare, ihre Taktiken, ihre Geschlechtsbilder, ihre gesamte Überzeugung ist auf so vielen verschiedenen Ebenen ekelhaft und keine Überzeugung und Praxis, die Menschen aushalten (müssen) oder akzeptieren sollten.
Diese Einstellung beginnt bei einem Bild von Frauen*, das durch deutliche sexuelle Objektifizierung gekennzeichnet ist, womit auch weitere Schritte legitimiert werden: Der eigene Wille einer Frau* interessiert nicht, sofern überhaupt davon ausgegangen wird, dass sie einen besitzt. Über dieses konstruierte Objekt darf ein Mann* in den Augen der Rape Coaches und deren Teilnehmer frei verfügen, jegliche Form des Nachfragens oder das Miteinbeziehen in Überlegungen bezüglich des Verhaltens des Mannes* ist nicht notwendig.
Zudem soll die Psyche der Frau* mutwillig geschädigt werden und als reines Spielzeug dienen, sie wird durchgängig als Person charakterisiert, von der man devotes und williges Verhalten erwarten kann.
Doch der Wille einer Frau* dient nicht dem Spaß eines Mannes*, genau so wenig, wie ihr Körper! Mit wem wann wie Menschen sexuell und nicht sexuell interagieren, liegt alleine in der Entscheidung der jeweils betroffenen Personen!!

Auch Rassismus ist kein Tabu für die Rape Coaches: So greift Julien Blanc einer Frau aus dem Nichts zwischen die Beine, ruft dabei „Pikachu“ und kommentiert seine Tat später mit: „Die Asiatinnen finden sowas witzig.“ oder wahlweise auch Aussprüchen, wie: „In Tokio kannst du als weißer Mann machen, was du willst. Ruf einfach Pokémon oder Pikachu und greif sie dir.“
Auf verschiedenen Ebenen zeigt sich, dass diese Männer* Spaß an Unterdrückung anderer Menschen haben, dass sich ihre gesamte Arbeit darauf stützt und die Weiterverbreitung von Rape Culture ein Ziel ist, das sie momentan regelmäßig erreichen.
Das Problem sind hierbei nicht nur die Initiatoren, sondern ebenfalls jede einzelne Person, die an einem Seminar teilnimmt! Jede Person, die meint, über den Körper einer anderen Person oder über die Person selbst verfügen zu können – ob in Clubs oder Kneipen, in der Arbeit oder sonst im Alltag, spielt dabei keine Rolle – ist Teil dieses Problems. Sexistische Machtstrukturen und patriarchale Unterdrückungsverhältnisse zeigen sich ständig und überall, unter anderem deutlich im Nachtleben, und werden durch solche Seminare zusätzlich gefördert und verbreitet.
Letztendlich ist das Problem ein in der Gesellschaft vorherrschender Sexismus, der dazu führt, dass Organisationen, wie diese, Erfolg in ihren Praxen haben, und dass Rape Culture auf fruchtbaren, mit sexistischen Vorstellungen angereicherten Boden stößt.
Beides muss vehement verneint und bekämpft werden, sowohl patriarchale Strukturen an sich, als auch diejenigen, die diese zu ihrem Vorteil nutzen, wie RSD!

„…the most hated man in the world“
Vor ein paar Monaten entwickelte sich eine Gegenbewegung, die wesentlich von Jennifer Li ins Leben gerufen wurde durch ihren Hashtag #takedownjulienblanc.
Ein breiter medialer und öffentlicher Protest führte schließlich dazu, dass Julien Blanc aus Australien ausgewiesen wurde und nach Großbritannien erst gar nicht kam. Auch Kanada hat damals über ein Einreiseverbot diskutiert.
Dieser Protest erreichte Deutschland, als ein Rape Coach namens „Ozzie“ in Berlin ein Seminar gab. Doch auch in Deutschland ist RSD seit Jahren präsent und gibt in Großstädten Seminare, aber bisher geschah das meist ohne breiten Protest und ohne massive mediale Öffentlichkeit.
Die Diskussionen und die mediale Öffentlichkeit, die RSD vor ein paar Monaten weltweit hatte, ist inzwischen leider im Sande verlaufen, was aber nicht heißt, dass das Thema keine Aufmerksamkeit verdient.

Vom 19.-21. März will RSD nämlich erneut ein Seminar in München veranstalten. Der Rape Coach, der nach München kommt, hatte vielleicht bereits eine ähnliche Erkenntnis, wie Julien Blanc vor einiger Zeit: „…I feel like I’m the most hated man in the world.“
Doch falls nicht, sollte dieser in München ein ähnliches Gefühl vermittelt bekommen.
Er sollte seine Aufmerksamkeit auf eine Art und Weise bekommen, die er sich vermutlich so nicht gewünscht hat!
Der Veranstaltungsort des Seminars ist bisher leider unbekannt, haltet jedoch Augen und Ohren offen, falls der Austragungsort doch noch bekannt werden sollte.

Fight sexism everywhere!
Take down RSD!

Break the silence, break the chains!

Gegen den Schweigemarsch von christlich-fundamentalistischen Irrlichtern am 28.2.!

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Gegen reaktionäre Lichterketten-Schweigemarsch-Umtriebe in München!
Da 2015 anscheinend alle christlich-fundamentalistischen, rechten, antifeministischen, ausschließenden und menschenfeindlichen Wesen aus ihren Löchern gekrochen kommen, haben sich die Abtreibungsgegner_innen der Gruppe „Jugend für das Leben“ (kurz: „JfdL“) nun überlegt, auch wieder mitzumischen im Kochtopf reaktionärer Events. Deshalb möchten sie nun selbst aktiv werden mit einer „Lichterkette für die Ungeborenen“, die am 28. Februar in München veranstaltet werden soll.

Um 17:45 Uhr planen die fundamental-christlichen Gestalten sich am Maxmonument in der Maximilianstraße zu versammeln und von dort aus als „Schweigemarsch“ zum Odeonsplatz zu laufen, wo um 18:30 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfindet. Der ganze reaktionäre Bockmist soll in einem Gottesdienst in der Kirche St. Ludwig um 19:30 Uhr enden – so wahr ihnen Gott helfe.

Licht in der Hand – nicht im Kopf
Die „Jugend für das Leben“ setzt sich gegen das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch auf viele verschiedene – allesamt selbstverständlich reaktionäre – Arten und Weisen ein. Sie beteiligt sich an den „1000-Kreuze-Märschen“ oder den sog. „Marsch für das Leben“-Veranstaltungen der vergangenen Jahre, bei denen christliche Fundamentalist_innen und Rechtsradikale gegen das Recht auf Abtreibung demonstrierten, indem sie Rosen in Flüsse als Symbol für die „im Mutterleib ermordeten Kinder“ warfen oder mit weißen Holzkreuzen durch Städte liefen.
Die „Jugend für das Leben“ reiht sich ein in das Gesocks aus selbsternannten „Lebensschützern“, radikalen Abtreibungsgegner_innen, christlichen Fundamentalist_innen und rechtsoffenen Spinner_innen, die der Ansicht sind, Abtreibungen beförderten den „Volkstod“.
All diese Organisationen eint ein radikaler Antifeminismus, die Verbreitung sexistischer Rollenzuschreibungen und die Ablehnung von allem, was nicht nach kleinbürgerlichem Familienleben klingt – also natürlich auch Homo-/Bi-/Pan-Sexualität.

Die Aktivitäten der „Jugend für das Leben“ und ihrer Unterstützer_innenorganisationen – die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (kurz: „ALfA“) ist hier in besonderem Maße zu nennen, unter deren Dach sich die „JfdL“ entwickelte – beinhalten regelmäßige Märsche für „ungeborenes Leben“, vermeintliche „Aufklärungsarbeit“ an Ständen auf Messen oder an Schulen, die darauf abzielt, Abtreibungen und tatsächliche sexuelle Aufklärung zu verhindern, Frauen* klarzumachen, dass sie Pflichten, aber keine Rechte haben und junge Anhänger_innen zu gewinnen. Außerdem veranstalten einige dieser Organisationen regelmäßig vor Abtreibungskliniken eine sogenannte „Gehsteigberatung“. Diese besteht darin, Frauen* Embryonen in die Hand zu drücken, sie systematisch psychisch zu erpressen und zu terrorisieren und am Betreten von Abtreibungskliniken zu hindern – wenn nötig, auch mit Gewalt.

Für die Freiheit, für das Leben – Selbstbestimmung muss es geben!
In der Ideologie der antifeministischen Abtreibungsgegner_innen stellt jede Abtreibung, also die Entfernung eines Zellhaufens ohne zentrales Nervensystem aus dem Körper einer Frau einen Mord dar – einen Mord, dem man mit Lichterketten mehrfach gedenken solle.
Hier wird Frauen* ein fundamentales Recht auf die Selbstbestimmung über ihren* eigenen Körper abgesprochen, für viele Abtreibungsgegner_innen stellt selbst Verhütung schon einen Akt des Mordes dar. Frauen* werden auf ihren Körper und dessen potenzielle Fähigkeit, Kinder zu kriegen und großzuziehen, reduziert und auf Mutterrolle und Reproduktionsarbeit festgelegt. Sie werden zu Gebärmaschinen und Brutkästen deklariert, deren einzige Aufgabe es sei, Kinder auf die Welt zu bringen.
Selbstverwirklichung, eigene Rechte, Wünsche, Bedürfnisse und Lebensvorstellungen und auch die Umstände, unter denen eine Schwangerschaft zustande kam – ob dies beispielsweise freiwillig oder unter Gewaltanwendung, wie bei einer Vergewaltigung, passierte: Das alles spielt dabei keine Rolle.
Wichtig ist der „Lebensschutz“, aber nur der auf den Fötus bezogene, versteht sich ja von selbst.
Die Rolle sexueller Aktivität ist nach deren Ansicht prinzipiell nur dann legitim, wenn sie Nutzen/Kinder bringt, da Sex alles machen darf – bloß keinen Spaß. Somit werden andere Formen des sexuellen Begehrens oder sexueller Aktivität, als die Ejakulation in der Vagina, von vorneherein verurteilt, da dabei keine Kinderzeugung ermöglicht wird.

Wir scheißen auf den „Volkskörper“!
Meist wird die konstruierte Verantwortung der Kinderzeugung verknüpft mit völkischer Ideologie und der Forderung nach „Erhaltung des eigenen Volkes“, oder dem Widerstand gegen den „Volkstod im Mutterleib“, über den die „ALfA“ so gerne schwadroniert. Dass die Nähe zu solchen Kamerad_innen auch von Nazis gesucht wird und sie bei den Aktionen gerne mitmarschieren, ist bei einer derart nazistischen Wortwahl keine große Überraschung. Aber auch sonst finden Rechte leicht Anknüpfungspunkte zu den Abtreibungsgegner_innen: Das Hochhalten des „Abendlandes“ mit seiner „christlichen Kultur“, die Forderung nach mehr deutschen, weißen Kindern zum Schutz von „Heimat und Vaterland“, die rassistischen und sexistischen Ausgrenzungsmechanismen, die bei den Fundis an der Tagesordnung stehen. Wo „JfdL“, „ALfA“ und andere Anti-Choice-Organisationen herumwuseln, sind meist auch Karl Richter, Nazistadtrat und Vorsitzender der Bürgerinitiative Ausländerstopp, und andere Neonazis nicht fern, wie die Erfahrung zeigt. Der „Volkskörper“, die Gemeinschaft ist in der Ideologie von Nazis, aber auch in der Ideologie der Lebensschützer_innen, was zählt, nicht der einzelne individuelle Körper des Menschen. Letztendlich fällt auf, dass bei all diesen Organisationen – ob völkisch, neonazistisch oder christlich-fundamentalistisch ihr Kampf gegen jeden modernen Gedanken, ihre strikte Ablehnung von Emanzipation ein entscheidendes Moment ist. Das ständige Beteuern der eigenen Angst vor Veränderung und das sich krampfhaft an „Tradition“ und „Das war schon immer so“ Klammern steht im Widerspruch zu dem, was wissenschaftliche Theorien der letzten Jahrzehnte geleistet haben im Bezug auf Fragen nach Gender und queeren Praxen. Nazis und Fundis sehen sich bedroht in ihren sicher und feststehend geglaubten Kategorien, wenn von Gleichberechtigung oder gesellschaftlicher Hervorbringung von Geschlecht die Rede ist. Ihr als fester Bestandteil der Ideologie funktionierendes Rollendenken gerät auf diese Art und Weise ins Wanken, wenn eine Brüchigkeit der Kategorien zu Tage tritt.

Irrlichter-Potenzial gibt es überall!
Es ist jedoch ein Fehler zu glauben, Abtreibungsgegner_innen wären eine isolierte Gruppe, die ab und zu mit Nazis als Häufchen durch die Straßen laufen oder in Kirchen Gottesdienste abhalten. Dies zeigte sich jüngst, als die CSU für das Amt der_des Gesundheits- und Umweltreferentin_en, in dessen_deren Aufgabenbereich auch die Schwangerschaftsberatung fällt, Jürgen Hollemann, ein Mitglied der „ALfA“, aufstellte. Als seine Mitgliedschaft bekannt wurde und er seine Kandidatur zurückzog, fiel dem Münchner Bürgermeister Josef Schmid nichts Besseres ein, als den Vorfall abzutun mit den Worten, man müsse „die Kirche im Dorf lassen“. Dies stellt einerseits eine Verharmlosung von Abtreibungsgegner_innen und deren Gefahr, die sie besonders dann sind, wenn sie in der Schwangerschaftsberatung mitmischen, dar, andererseits zeigt es deutlich die Position der CSU in Sachen Abtreibung und Frauen*recht. Diese Partei, aber auch viele andere, sowie Institutionen und Organisationen sehen immer noch keine Notwendigkeit darin, Frauen* ein uneingeschränktes Recht auf Schwangerschaftsabbruch, ein Recht am eigenen Körper zuzustehen und sich gegen menschenfeindliche Hetze von christlichen Fundamentalist_innen zu positionieren.
In weiten Teilen der Gesellschaft sind reaktionäre Meinungen verankert, die regelmäßig Zuspruch von Parteien erlangen und sich dadurch noch bestätigter sehen. Dies wird deutlich, wenn die Anti-Choice-Aktivist_innen an Schulen in regulären Unterrichtsstunden ihre menschenfeindliche Hetze verbreiten können oder auf Messen für Jugendliche regelmäßig Standplätze bekommen. Deshalb ist es auch nicht nur ein Haufen christlicher Fundis, die emanzipatorische Politik verunmöglichen wollen. Es ist ebenso die über Parteien stattfindende Politik und etwas, das als gesellschaftlicher Konsens verkauft werden soll, dem man sich entgegenstellen muss.
Es gilt, gegenüber einer von patriarchalen Strukturen durchzogenen, kapitalistischen Verwertungsgesellschaft, die Körper und damit einhergehend potenzielle Reproduktions- und Arbeitskraft fremdbestimmt sehen will, solidarisch und entschlossen zu handeln. Das beginnt im Alltag, wenn Menschen sich gegen Fremdbestimmung wenden, aber auch dann, wenn sie keine Fremdbestimmung über Andere ausüben wollen.

Entgegen aller Ansichten der Abtreibungsgegner_innen muss eine Frau*, das Recht haben, selbstbestimmt und frei über ihren* Körper zu entscheiden, was das Recht auf Abtreibung miteinschließt. Dass Abtreibung in Deutschland laut §218 immer noch eine Straftat darstellt, die lediglich straffrei ist, stellt eine konstante Untergrabung dieser Freiheit dar und unterstützt Abtreibungsgegner_innen in ihren frauen*feindlichen Ansichten. Auch der massive Rückhalt, den sogenannte „Lebensschützer“ von christlichen Kirchen erhalten, ist eine Verhöhnung der Vorstellung von einem selbstbestimmten Leben, wie wir es fordern.
Frauen* sind weder Brutkästen, noch Gebärmaschinen und kein Mensch muss sich von Staat, von Kirche und schon garnicht von frauen*verachtenden Antifeminist_innen sagen lassen, ob sie_er Kinder bekommt oder nicht und ob/wie sie_er Sexualität leben will.

Deshalb rufen wir zu vielfältigen und entschlossenen, lauten Protesten gegen den Schweigemarsch der Irrlichter am 28. Februar in München auf!
Kommt zahlreich und lasst uns den Marsch zum Höllentrip für Fundis machen!

Abtreibungsgegner_innen am 28. Februar ins Dunkle schicken!

Lebensschützer soll Gesundheitsreferent in München werden?!

Morgen früh gegen 9 Uhr soll Markus Hollemann zum neuen Gesundheits- und Umweltreferent der Stadt München gewählt werden. Offizieller und auch weiterhin aktiver Unterstützer des e.V. “Aktion Lebensrecht für Alle”. Diese wiederum stehen im unmittelbarem Zusammenhang mit den Gehsteigberater*innen sowie den Stuttgarter Abteibungsgegner*innen. Nähere Informationen bieten die folgenden Links.

“ÖDP-Politiker soll neuer Umweltreferent werden”

Wen unterstützt Markus Hollemann?

“Abtreibungsgegner_innen missbrauchen Stolpersteinverlegung für ihre frauenfeindliche Propaganda”

Unterstützervereine des Marsches für das Leben

Gehsteigberatung wieder erlaubt

Hier auch noch ein sehr aktueller Link über Markus Hollemann und seine Sympathie für radikale Abtreibungsgegner*innen

Gegen 08:30 Uhr soll vor dem Rathaus auf dem Marienplatz darauf aufmersam gemacht werden, bevor Hollemann gewählt wird. Dabei wird, wenn auch sehr kurzfristig, auf weitere aktive Unterstützung gehofft.

Die freie Entscheidung über eine Abtreibung darf nicht beeinflusst, erschwert oder sogar verhindert werden durch Menschen, die mit allen Mitteln versuchen, Frauen* das Betreten einer Abtreibungsklinik zu Verunmöglichen oder ihnen auf dem Weg dorthin Embryos in die Hand drücken und sie* psychisch zu terrorisieren.
Und wer mit Abtreibungsgegner*innen sympathisiert, sie offen unterstützt und Teil einer Organisation ist, die sich offen gegen Abtreibung ausspricht und deutliche Tendenzen zu christlichem Fundamentalismus und rechtsgerichtetem Antifeminismus aufweist, hat im Stadtrat doppelt und dreifach nichts zu suchen, schon garnicht als Gesundheitsreferent!

Es ist das Recht jeder Frau* über ihren* Körper selbst zu entscheiden und darüber, ob sie* abtreiben möchte oder nicht!
Pro Choice!

Vortrag: Que(e)ry the Norm

Queery the Norm Vorderseite3

Einführung in queere Theorie und Praxis
Queer ist kein Synonym für lesbisch und schwul oder LGBT. Aber was genau ist “queer”? Wieso verschließt es sich so hartnäckig der Festlegung, was es eigentlich sein will? Was ist Queerfeminismus und was will er erreichen? Ein Versuch einer Einführung in eine Bewegung und ihre Agenda, die Stärken und Risiken einer Verhandlung von Normabweichungen jenseits essentialistischer Bezüge und über Geschlecht und Sexualität hinaus. Eine notwendigerweise unvollständige Antwort darauf, wie Queer Theory gängige Vorstellungen von Geschlecht und Begehren zerlegt und nicht vollständig wieder zusammengesetzt hat.

Die Referentin ist Sandra Laczny, eine Bloggerin und Netzaktivistin aus Wasserberg. Ihr Blog: Sanczny

Mitveranstalter: Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V., Kooperationspartner der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Materialien zum Vortrag “Fighting a Rape Culture”

Anbei findet ihr einige Materialien, die beim Vortrag “Fighting a Rape Culture” am 19.12.2014 erwähnt wurden und auf die sich die Referentinnen bezogen haben:

Hier findet ihr den Fragebogen zu Beziehungen und Freund*innenschaft.
Den Kompass findet ihr hier als PDF-Druckversion und als Knickversion, außerdem ähnliche Texte und Beiträge zum Thema bei Unterstützer_innenInfo.

Den Text “Was, wenn du einer Grenzverletzung beschuldigt wirst?” und andere Texte der reSISTAS findet ihr hier.

Hier die Links:

Community Accountability
Transformative Justice

#ichhabenichtangezeigt

Sharing-Seite für Sexistische Übergriffe

Noch einige Buchempfehlungen:

Virginie Despentes: King-Kong Theorie

Jacklyn Friedman, Jessica Valetti: Yes means Yes. Visions of female sexual power and a world without rape

Emilie Buckwald, Pamela Fletcher,Martha Roth: Transforming a rape culture – revisited edition (milkweed editors)

Und den “The Revolution starts at home”-Text findet ihr hier als PDF

Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich bei den Referentinnen für ihr Kommen und den sehr guten und interessanten Vortrag!