Kategorie: Queer-Feminism

Queerthing Summer Festival

“The all new QUEERTHING super special summer festival extra”

1 Juli, 18 Uhr, Glockenbachwerkstatt

Ab 18:00 Picknick im Biergarten

20:00 Vernissage QUEERTHING curates
Im Rahmen unseres “The all new QUEERTHING super special summer festival extra” am Samstag 1.Juli haben wir die Möglichkeit, einen Monat lang die Wände der Glockenbachwerkstatt zu gestalten. Da das Queerthing für das Auseinandersetzen und Sichtbarmachen von queeren und feministischen Inhalten steht, freuen wir uns sehr, damit allen, die in den hetero-, cis-normativ und white supremaciest Strukturen keinen Platz haben, eine Möglichkeit zu bieten ihre Kunst auszustellen. Insbesondere möchten wir Flit*- und von Rassismus betroffene Personen dazu ermuntern, sich an der Ausstellung zu beteiligen.

20:30 Open Stage
Space für euch – egal ob Spoken Word, Musik oder andere Performances

21:30 Konzerte
Deep & Dope (female Rap/ muc)
Mayr (Genderfuck Electro-Punk One-Mayr-Projekt/ wien)

ca. 23:30 Aufgelege
mit DJ Team Deine Mitta & LukeLucie (riot grrls/ muc)

Frauen*kampftag 2017

8. März 2017
17:00bis20:00

Wir teilen den Aufruf vom Petra Pan Projekt für eine Kundgebung in Regensburg, zum Frauen*kampftag 2017.

We don´t want a piece of the pie. We want to change the whole damn recipe!

Wichtige Kundgebung!
Raus zum internationalen Frauen*KAMPFtag!

“Dieser Internationale Frauentag ist die wichtigste Kundgebung für das Frauenwahlrecht gewesen, welche die Geschichte der Bewegung für die Emanzipation des weiblichen Geschlechts bis heute verzeichnen kann.”
Clara Zetkin, 1911

Als vor über 100 Jahren tausende Frauen in den USA auf die Straßen gingen, um für ein würdiges und gleichberechtigtes Leben zu kämpfen, wurden sie angespuckt, mit Knüppeln geschlagen und eingesperrt. Es kostete zahlreichen Aktivist*innen die Freiheit oder gar das Leben, es dauerte lang und dauert noch an. Vieles, was für uns im „Hier und Jetzt“ selbstverständlich erscheint, war noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar: das Recht auf Bildung, Beteiligung und Selbstbestimmung für Frauen etwa.

Doch warum immer wieder einhalten, zurückschauen und erinnern? Warum nicht das Errungene hinnehmen und weitermachen?

Ganz einfach: Weil das vermeintlich Errungene noch längst nicht für alle und überall gilt. „Nobody´s free until everybody is free“ wie die Bürgerrechtskämpferin Fannie Lou Hammer es einmal zusammenfasste. Und weil das Errungene nicht weit genug geht.

Feminismus reloaded?
Aber wofür heute noch kämpfen?
Oder wogegen?

Gerne wird an dieser Stelle, an diesem Tag oder in vergleichbaren Zusammenhängen der jeweils aktuelle Gender-Gap-Report zitiert. Die „Kluft zwischen den Geschlechtern“ hat sich weder in Sachen politischer Beteiligung noch im Bereich der Arbeitsbedingungen annähernd geschlossen. Auf gleiche Bezahlung und Co. dürfen Frauen* gemäß des jüngsten Berichts wohl noch weitere 170 Jahre warten. EqualPay und vermeintliche Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt – in einer neoliberalen, patriarchalen Gesellschaftsordnung bedeutet dies für Frauen* meist ohnehin nichts anderes als das mühsame Balancieren mit Belastungen im täglichen Spagat zwischen Berufstätigkeit und Care-Arbeit. Feministische Kämpfe betrafen und betreffen eben nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen, verlangen nicht nur nach einem Stück vom Kuchen. So wichtig erkämpfte rechtliche oder institutionelle Errungenschaften auch sind und so sehr diese auch für alle jene erstritten werden müssen, die aktuell keinen Zugang dazu haben, so sehr müssen feministische Kämpfe sich auch auf den ganzen Kuchen konzentrieren. Es geht darum, dass verdammte Rezept einer kapitalistischen, patriarchalen Gesellschaftsordnung zu ändern.
Das betrifft auch das Verhalten der Akteur*innen, die in dieser Struktur sozialisiert wurden und sich in ihr bewegen. Das betrifft beispielsweise das Aufbegehren gegen sexualisierte Gewalt ebenso wie die Bekämpfung der Abwertung all jener Lebens- und Begehrensformen, die nicht ins hetero-normative Männlein-Weiblein-Kind-Schema passen. Das bedeutet aber auch eine Auseinandersetzung mit den strukturellen Begründungszusammenhängen.
Der erkämpfte Status Quo, der längst nicht weit genug geht und nicht für alle gilt, beginnt in Zeiten von Rechtsruck und Rollback zu bröckeln. Immer wieder versuchen rechtskonservative Parteien und fundamentalistisch-religiöse Strömungen Frauen* in vermeintlich „traditionelle“ Rollen zurückzudrängen. Frauenrechte werden von all jenen, die sich ansonsten einen feuchten Kehricht um Emanzipation und gesellschaftlichen Fortschritt scheren, allenfalls dann gerne aus der Versenkung geholt, wenn sie instrumentalisiert werden können, beispielsweise um rassistische Ressentiments zu schüren. Feministische Kämpfe richten sich nicht immer nur gen Zukunft. Manchmal ist eine Verteidigung gegen einen Rückfall in Zustände, die vermeintlich überwunden waren, bitter nötig.

Und deswegen lassen wir uns das Recht darauf nicht nehmen, gegen den sexistischen Normalzustand anzutreten, Tag für Tag.
All jenen, die feministische Kämpfe gerne als überflüssig, lächerlich oder gefährlich brandmarken, halten wir gernenoch einmal Clara Zetkin entgegen, die schon vor über 100 Jahren mahnte:„Lassen wir uns nicht schrecken durch die Ungunst äußerer Umstände, haben wir für alle Schwierigkeiten nur eine Antwort: Erst recht.”

In diesem Sinne: Es ist noch nicht Zeit aufzugeben, sich zurückzulehnen oder umzukehren!
Raus auf die Straße zum 8. März!
Raus zum internationalen Frauenkampftag!

1000 Kreuze Marsch in München

7. Mai 2016
14:00bis18:00

“Wir müssen auch in diesem Jahr wieder mit Störaktionen durch Linksextremisten rechnen.” schreibt EuroProLife 2016 genau wie letztes Jahr in ihrem Aufruf (zu finden auf der Seite von EuroProLife) zum diesjährigen 1000-Kreuze-Marsch. Und natürlich liegen sie damit erneut ganz richtig.

Denn der alljährlich in verschiedenen Städten stattfindende 1000-Kreuze-Marsch ist jedes Jahr antifeministisch, heterosexistisch, cissexistisch und versammelt christliche Fundamentalist_innen, Abtreibungsgegner_innen, AfDler_innen, Nazis und andere reaktionäre Gestalten unter einem Banner bzw. Kreuz.

Mit den 1000-Kreuze-Märschen findet ein Marsch gegen das Recht auf Abtreibung, Selbstbestimmung von Schwangeren, gegen jede feministische Errungenschaft und für “europäische Kultur” – was immer das sein mag – statt. Hinter dem Recht auf Abtreibung wird eine feministische Verschwörung des Staates vermutet, womit auch hier ein Schulterschluss zu rechten Maskulinisten, der AfD und Rechtsradikalen geübt wird. Sie beschwören den bald eintretenden Volkstod, den Abtreibungen verursachen und vertreten so ganz offen völkische Ideologie.

Alles Gründe, um am 7. Mai gegen den 1000-Kreuze-Marsch auf die Straße zu gehen (falls euch die genannten noch nicht reichen, lest einfach die Aufrufe aus dem letzten Jahr durch, denn die Gründe sind jedes Jahr die gleichen – das war einmal “Break the silence, break the chains” und das zweite Mal “Für die Freiheit, für das Leben – Selbstbestimmung muss es geben”). Auch dieses Jahr treffen sich die Kreuzträger_innen um 14:30 Uhr am Dom und werden von dort aus mit weißen Kreuzen durch die Stadt laufen und für die Ungeborenen, die Polizei, die europäische Kultur u.ä. beten.

Wir möchten ihre Erwartungen gerne erfüllen und zahlreich, laut und entschlossen gegen diese antifeministische Veranstaltung und ihre Teilnehmer_innen protestieren!

Wir sehen uns auf der Straße. Ab 14:30 Uhr am Dom!

Party: Loop Motor, Mary Maude, Sprudelpanda, Sangeet!

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Feminist Subversion und das Queerkafe laden am 28.11.2015 ein zu einer wunderbaren Party mit viel Glitzer und:

Workshop (ohne cisMänner) von 15 bis 19 Uhr:
DIY Sextoys & Genderbending devices (Spendenempfehlung 5€)
Damit wir wissen, wieviele Menschen teilnehmen, wär es gut eine kurze Nachricht als Anmeldung an uns zu schicken.

PartyPartyParty!
Offen ist ab 20:30 Uhr, Eintritt 3-5 €

Konzert ab 21:30 Uhr
Extra aus dem fernen Dresden anreisend: Loop Motor (https://www.youtube.com/watch?v=96Z0ZI04e9s)

danach Aufgelege mit:

Mary Maude (https://www.mixcloud.com/marymaude/) (Candy Club)

Sangeet (https://sangeet1.bandcamp.com/)

Raum 2 wird die ganze Nacht lang vom Sprudelpanda beschallt.

Getränkespecials wird es natürlich auch geben → Pfeffi 1€, Vodka-O und Panda 3€

Außerdem gibt’s eine vegane Snackecke (Cupcakes, Pizzaschnitten usw.) mit Spendenbox.
Menschen, die noch was dafür mitbringen wollen können das gerne machen, sollten uns das aber mitteilen.

Das Ganze findet im Kafe Marat in der Thalkirchner Straße 102 statt.

Die Veranstaltung gibt es auch auf Facebook.

Wir freuen uns auf euch!

Demonstration “Nein heißt Nein! Sexismus hat viele Gesichter!”

Wir treffen uns am 21.11.2015 um 12:15 Uhr vor der großen Anzeigetafel am Münchner Hauptbahnhof, um gemeinsam nach Regensburg zu fahren.

Aufruf von Petra Pan Projekt:

[deu]
Liebe Mitstreiter*innen und alle Verbündeten!
Am Samstag, den 21. November, werden wir um 15 Uhr auf die Straßen Regensburgs gehen, um dem sexistischen Normalzustand auf die Pelle zu rücken. Wir sind die ständigen Übergriffe auf uns so satt!
AUFRUF s.u.

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[eng]
Dear fellow wo*men and allies!
On Saturday, the 21st November at 3 pm, we will take to the streets of Regensburg to fight the normalized sexist state of this society. We have had enough of the constant assaults!
For more information please read our CALLOUT below.

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[fra]
L’APPEL à la manifestation cf. ci-dessous!

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[deu]
AUFRUF

Nein heißt Nein!
Sexismus hat viele Gesichter

Gewalt gegen Frauen*¹ und Menschen, die gesellschaftlich akzeptierten Geschlechterbildern nicht ent­sprechen, hat viele Gesichter. So erlebt jede dritte Frau* in Deutschland mindestens einmal im Leben körperliche Gewalt, jede siebte sexualisierte Gewalt².
Dabei gilt es zu bedenken, dass nicht jeder Übergriff zur Anzeige gebracht wird. Das liegt u.a. am bestehenden Sexualstrafrecht (insbesondere § 177 StGB), welches keinen ausreichenden Schutz bietet. Strafrechtlich verfolgt wird meistens nur dann, wenn „ausreichend Gegenwehr“ stattgefunden hat und dies bewiesen werden kann.
Diesem Zustand soll eine 2011 verfasste europäische Konvention, die so genannte „Istanbul-Konvention“, entgegenwirken. Sie hat die Zielsetzung, Frauen* vor geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierungen im privaten und öffentlichen Bereich zu schützen. Hierfür sollen Kontrollinstanzen errichtet, Schutzprogramme finanziell und personell gefördert sowie das bestehende Hilfesystem ausge­baut werden. Deutschland hat die Istanbul-Konvention vor vier Jahren unterzeichnet, jedoch im Gegensatz zu anderen Ländern nicht ratifiziert – die Bedingungen sind somit immer noch nicht erfüllt.

Wir fordern:

Sexismus erkennen, thematisieren und verhindern!

Alltagssexismus ist der Sexismus, welcher uns jeden Tag begegnet und teilweise nicht mal mehr auffällt, da er tief in unserer Gesellschaft und unserem Bewusstsein verankert ist. Alltagssexismus können „Kleinigkeiten“ sein wie Blicke und Sprache, manchmal aber auch sexualisierte Übergriffe und Gewalt. Jedoch gerade auch „kleine“, sich wiederholende Vorkommnisse verweisen Frauen* auf einen bestimmten Platz in der patriarchalen Gesellschaft. Aber wir leben nicht nur in einer patriarchalen Welt. Die Verflechtung von Unterdrückungsmechanismen wie z.B. Rassismus, Kapitalismus, Ableism³ und Sexismus erfordert eine vielfältige Herangehensweise und somit auch eine vielfältige Bekämpfung der Verhältnisse.
Zu Alltagssexismus zählt auch die Ächtung von Menschen, welche sich gewissen Rollenbildern oder Geschlechtszuschreibungen⁴ nicht unterwerfen oder deren Körper nicht einer gesetzten Norm entsprechen – sie leben nicht selten gefährdet.
Alltagssexismus und seine Einbettung in ein System von Diskriminierung und Unterdrückung auf mehreren Ebenen ist somit keine Bagatelle, sondern ein ernsthaftes Problem, das wir nicht akzeptieren können!

Ausbau und finanzielle Sicherung von Schutzeinrichtungen!

Die finanzielle und personelle Situation von Frauenschutzeinrichtungen, beispielsweise von Frauenhäu­sern, ist sehr prekär⁵. Sie kämpfen um die Genehmigung finanzieller Mittel, sind überbelegt, und in den wenigsten Fällen besteht ein barrierearmer Zugang zu Frauenhäusern. Knapp die Hälfte der deutschen Frauenhäuser ist regelmäßig überfüllt, sodass Frauen* oftmals wochenlang auf einen Platz warten müssen. Geeignete Schutzeinrichtungen für trans* und inter* Menschen sind in Deutschland kaum vorhanden, obwohl jede zweite inter* und trans* Person angegeben hat, mindestens einmal pro Jahr Opfer von Diskriminierungen geworden zu sein.

Die diskriminierende Rechtslage verändern!

Das in Deutschland aktuell bestehende Sexualstrafrecht muss verändert werden, damit es umfang­reichen Schutz für die von sexualisierter Gewalt Betroffenen bieten kann. Ein Nein muss – auch gerichtlich – endlich als solches anerkannt werden!
Das sogenannte “Transsexuellengesetz” dient der Herstellung und Aufrechterhaltung eines heterosexisti­schen⁶ Geschlechterbildes sowie der Schaffung vermeintlicher Krankheitsbilder. Wir fordern nicht nur die Abschaffung dieses Gesetzes, sondern außerdem die aktive Unterstützung von Menschen, die sich nicht eindeutig als Frau* oder Mann* identifizieren, samt ihrer Bedürfnisse!
Das zurzeit geplante „Prostituiertenschutzgesetz” soll angeblich den Schutz von Sexarbeiter_innen ausbauen, bewirkt aber mit seiner Registrierungs- und Untersuchungspflicht genau das Gegenteil. Es fördert die Stigmatisierung und Illegalisierung von Sexarbeiter_innen und gefährdet sie auf verschiedensten Ebenen.
Wir sind uns bewusst, dass eine Aufzählung von Diskriminierungen immer unvollständig ist und Gesetze die Realität von Betroffenen nicht automatisch verändern. Wir fordern deswegen eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung!

Für Selbstbestimmung von Sexualität und Geschlecht!

Auf zur Demo am 21.11.2015!
Wir starten 15 Uhr am Frauennotruf-Mahnmal „24171“ bei den Arcaden!

Von der Demo ausgeschlossen sind Rechte, Neonazis und Personen, die bisher durch rassistische, antisemitische, sexistische, nationalistische und menschenverachtende Äußerungen auffielen, sowie auch deren Sympathisant*innen.

GLOSSAR:
1. Frauen*: Wir haben den Begriff „Frauen” mit Sternchen* markiert. Das Sternchen soll darauf hinweisen, dass die Tatsache, eine Frau zu sein bzw. als solche angesehen zu werden, nicht naturgegeben, sondern gesellschaftlich hergestellt ist. Es gibt mehr als zwei Geschlechter, jedoch ist die Kategorie Frau nach wie vor ausschlaggebend in der Gesellschaft und muss deswegen benannt werden. Auch schließen wir damit Trans*-Frauen und Inter*-Menschen explizit ein.

Trans*: Menschen, die sich in dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht und damit verbundenen -> Geschlechtszuschreibungen nicht wiederfinden. Menschen, die das manchmal über Zeit, manchmal in einzelnen Situationen in Form von Namens- und Personenstandsänderungen, körperlichen Veränderungen, ihrem Auftreten umsetzen. Eine Trans*Frau ist eine Person, welcher bei der Geburt ein männlicher Personenstand zugewiesen wurde, die sich jedoch weiblich und/oder als Frau definiert.

Inter*: Menschen, die die Theorie der zwei Geschlechter (“männlich” oder “weiblich”) sprengen, weil sie rein körperlich (genetisch, hormonell, anatomisch) nicht einem “männlichen” oder “weiblichen” Geschlecht zuzuordnen sind. Der Körper gibt aber, wie immer, keinen Aufschluss über die Selbstidentifikation der Person, sodass inter* Personen sich auch als Frauen oder Männer verstehen können.

2. Sexualisierte Gewalt: Gewalt und Machtausübungen finden auch über sexuelle Handlungen statt. Im Gegensatz zum Begriff „sexuelle Gewalt” weist der Begriff „sexualisierte Gewalt” daraufhin, dass es bei diesen Handlungen nie um Sexualität sowie sexuelle Bedürfnisse und deren Befriedigung geht.

3. Ableism: (von engl. able = fähig) Ist die Beurteilung und Abwertung von Menschen
aufgrund des Fehlens bestimmter Fähigkeiten. Nicht-behindert zu sein wird dabei als die Norm gesehen. Tatsächlich ist Behinderung, wie schon das Wort ausdrückt, kein natürlicher Zustand, sondern entsteht erst durch angenommene Normen und Barrieren in der Umwelt, die Menschen be_hindern.

4. Geschlechtszuschreibung: Der Versuch, Menschen anhand von Geschlecht einzuordnen. Sie beginnt bereits vor der Geburt („Es wird ein…”). Verbunden mit der Zuweisung zu einer Geschlechterkategorie (männlich/weiblich) wird dann auch eine Zuschreibung von Eigenschaften, Handlungen und Tätigkeiten (Frauen können Haushalt, Männer können Handwerkliches) sowie die Vorstellung, dass sich Personengruppen in Liebes-, Lebens- und Sexbeziehungen „natürlicherweise“ aufeinander beziehen. Diese Zuschreibungen werden im Leben eines Menschen ständig, zum Teil gewaltvoll, wiederholt und hergestellt.

5. prekär: schwierig, heikel, v.a. in Bezug auf die finanzielle Situation

6. Heterosexismus: Geht davon aus, dass es von Natur aus zwei und nur zwei Geschlechter gibt und Heterosexualität, d.h. „ausschließlich sexuelles Begehren zum jeweils anderen Geschlecht zu empfinden”, sei normal. Alle anderen Formen von Sexualität und Geschlecht, die von dieser Norm abweichen, Menschen die z.B. eine nicht-heterosexuelle Orientierung haben, werden als „anders” bzw. „nicht normal” eingeordnet und abgewertet.

QUELLEN:
http://fra.europa.eu/de/publication/2014/gewalt-gegen-frauen-eine-eu-weite-erhebung-ergebnisse-auf-einen-blick

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/sites/default/files/report_attachment/2014-03-11_sicher_schnell_unbuerokratisch_bedarfsgerecht-zif-position.pdf

https://www.frauen-gegen-gewalt.de/fallanalyse-zu-schutzluecken-im-sexualstrafrecht.html

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/sites/default/files/report_attachment/2015-03_zif-pressemitteilung_zum_8.maerz_2015.pdf

http://feministisch-sprachhandeln.org/

P.S. Um ironisch oder ernst gemeinten Offline-Gerüchten entgegenzutreten:
Es sind alle Geschlechter auf der Demo willkommen!
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[eng]
CALLOUT

No means No!
Sexism has lots of different faces

Violence against women*¹ and people that are not encompassing socially accepted gender roles has many different varieties. Every third women* in Germany has at least once in her life experienced physical violence, every seventh sexual violence².
However, not every assault is reported. This is partly due to the contemporary sexual crime legislation (especially § 177 penal code) which is not providing enough protection. Criminal persecution is only guaranteed if “enough resistance” can be proven.
To counter this, a European convention was composed in 2011, the so-called “Istanbul Convention”. It aims at protecting women* from gender-based violence and discrimination in the public and domestic sphere. Therefore supervisory authorities were created, protection programmes were promoted through financial etc. aids and the current support system was extended. Germany has signed the Istanbul Convention four years ago, however, in contrast to other countries, never ratified it – therefore, the conditions are not fulfilled.

We demand:

Recognise, discuss and prevent sexism!

Everyday sexism is sexism that we encounter daily and which is not even noticed anymore as it is deeply rooted in our society and in our consciousness. Everyday sexism can be found in “trivial” issues such as looks and language, but sometimes also sexualized assaults and violence. However, also those “small” repeated incidents direct women* to a certain place in the patriarchal society; and we do live in a patriarchal world. The merging of dominating mechanisms such as racism, capitalism, ableism³ and sexism is demanding a manifold approach and thus, manifold ways to abate the conditions.
Everyday sexism also includes the ostracism of people that reject certain gender roles or gender ascriptions or whose bodies do not fit the composed norm; they are therefore also at risk.
Everyday sexism and its embeddedment in a system of discrimination and suppression on several levels is not a bagatelle but a serious problem that we cannot accept!

Extension of and financial security for women* shelters!

Women’s protective facilities, e.g. women*’s shelters, face challenges from a financial and personnel point of view. They are fighting to get financial grants, they are overcrowded and in most cases a barrier-free entry is not enabled. About half of the German women*’s shelters are regularly overcrowded, leaving the women* to wait for a space for several weeks. Fitting protective spaces for trans* and inter* persons are rarely found in Germany, although every second inter* and trans* person stated to be a victim of discrimination at least once a year.

Change the discriminating legal situation!

The currently used sexual crime legislation in Germany has to be changed in order to grant more extensive protection for victims of sexualized crime. A “No” has to mean “No”, also in court!
The so-called “transsexual law” serves to compile and preserve a heterosexist⁵ view on genders as well as creating alleged sicknesses. We not only demand the abolishment of this law, but also the active support and the validation of the needs of persons who do not identify themselves as women* or men*.
The currently planned ”prostitution protective law” supposedly increases the protection of sex workers, however, due to register and examination obligations it is actually promoting the contrary. It increases stigmatization and the illegalization of sex workers and it is endangering them on several levels.
We are aware that the listing of discriminations is always fragmentary and that laws do not automatically change the reality of all those concerned. Therefore we demand a pan-societal analysis as a whole!

For self-determination of sexuality and gender!

Join the demonstration on the 21st of November 2015 at 3 pm!
We will start at the “24171”-memorial at the Regensburg Arcaden!

Excluded from the demonstration are people affiliated with right-wing ideologies, neo-nazis and people that have attracted negative attention by racist, anti-semitic, sexist, nationalist and inhumane statements as well as their supporters.

GLOSSARY:
1. Women*: We marked the term “women” with a star* in order to show that being a woman or being seen as a woman is not naturally but socially constructed. There are more than two genders, yet the category “woman” is still dominant within the society and therefore needs to be addressed. We also include trans*women and inter* persons explicitly.

Trans*: People that are not accepting the gender and the constructed gender ascriptions that were assigned to them after birth. Some temporarily or situationally change their name and their civil status, as well as their physical appearance. A trans* women is a person who was assigned a male civil status after birth but who does define herself as female or as a woman.

Inter*: People that are destroying the theory of two genders (“male” or “female”) as they are bodily seen (genetically, hormonally, anatomically) not identifiable as “male” or “female”. A body however is not giving any information about the self-identification of people, thus, inter* persons can be seen as either women or men.

2. Sexualized violence: Violence and the exertion of power also happens through sexual actions. In contrast to the term “sexual violence”, “sexualized violence” indicates that those actions are not about sexuality or sexual needs and their satisfaction.

3 Ableism: Ableism is the evaluation and demotion of people due to the lack of certain abilities. Not being physically or mentally challenged is here seen as the norm. However, the term “disability” already shows that this is not a natural status but constructed through accepted norms and barriers in our surrounding which de-able people.

4. Gender ascription: Trying to classify humans according to their gender. This already happens before birth (“It’s going to be a ….”); in addition to the ascriptions to a gender category (male/ female) also encompasses the ascription of certain characteristics, actions and abilities (“women are good at taking care of the household whereas men have more mechanical skills”) as well as the idea that certain groups of people “naturally” belong together in love, life and sexual relationships. Those ascriptions are continuously repeated in the course of people’s lives, partly violently.

5. Heterosexism: It is the belief that naturally only two genders exist and that heterosexuality, i.e. “the solemn sexual desire towards the other gender”, is the standard norm. All other forms of sexuality and gender that deviate from this norm, for example non-heterosexual orientations, are devalued and considered “different” or “non-normal”.

Works cited:
http://fra.europa.eu/de/publication/2014/gewalt-gegen-frauen-eine-eu-weite-erhebung-ergebnisse-auf-einen-blick

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/sites/default/files/report_attachment/2014-03-11_sicher_schnell_unbuerokratisch_bedarfsgerecht-zif-position.pdf

https://www.frauen-gegen-gewalt.de/fallanalyse-zu-schutzluecken-im-sexualstrafrecht.html

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/sites/default/files/report_attachment/2015-03_zif-pressemitteilung_zum_8.maerz_2015.pdf

http://feministisch-sprachhandeln.org/

PS: In order to prevent ironically or solemn offline rumours:
All genders are welcome at the demonstration!
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[fra]
APPEL

Non ça veut dire non!
Le sexisme a plusieurs visages

La violence envers les femmes* et les personnes qui ne correspondent pas aux représentations sexuées définies par les normes sociales a plusieurs visages. Ainsi une femme sur trois en Allemagne est confrontée au moins une fois dans sa vie à de la violence corporelle, une femme sur sept à de la violence sexualisée.
Il faut également mentionner que toutes les agressions ne sont pas déclarées. Ceci est entre autres dû au fait que dans l’état actuel la loi en matière d’agression sexuelle (en particulier le paragraphe 177 du code pénal) ne garantit pas suffisamment de protection. Une procédure pénale est la plupart du temps engagée seulement lorsqu’il y a assez de preuves et que le délit peut être prouvé. La convention européenne d’Istanbul de 2011 aussi appelée «Convention d’Istanbul» devrait contrecarrer cette situation. Elle a pour objectif de protéger les femmes* face à une violence sexualisée et face également aux discriminations subies dans le domaine privé et public. A cet effet des instances de contrôle devraient être mises en place, des programmes de protection financièrement et individuellement encouragés et le système d’aide actuel développé. L’Allemagne a signé la Convention d’Istanbul il y a 4 ans mais ne l’a pas ratifiée, contrairement à d’autres pays. Les conditions n’ont donc toujours pas été remplies.

C’est pourquoi nous exigeons:

Le sexisme quotidien doit être reconnu, traité dans les médias et combattu!

Le sexisme quotidien est le sexisme que l’on rencontre chaque jour et qui pourtant passe la plupart du temps inaperçu car profondément ancré dans notre société et notre conscience. Le sexisme quotidien peut s’illustrer par des «petites choses» comme des regards et des remarques mais parfois aussi par de la violence et des attaques sexualisées. Ceci dit même les «petits» incidents répétitifs renvoient les femmes* à une place spécifique dans la société patriarcale. Mais nous ne vivons pas seulement dans un monde patriarcal. La superposition de différents mécanismes d’oppression comme le racisme, le capitalisme, le capacitisme (discrimination envers les «handicapés») et le sexisme exige de notre part des approches et des moyens variés de combattre ces situations. En plus du sexisme quotidien il existe également une forme de proscription des personnes qui ne se soumettent pas à certains stéréotypes ou attentes genrées ou encore qui ont un corps ne correspondant pas à la norme – ces personnes sont souvent mises en danger. Le sexisme quotidien et son encastrement dans un système de discrimination et d’oppression à différents niveaux n’est donc pas une bagatelle mais bien un sérieux fléau que nous ne pouvons accepter!

Le système d’aide doit continuer à être développé et doit être sécurisé financièrement!

La situation personnelle et financière des institutions de protection des femmes* comme les foyers pour femmes* est très précaire. Elles se battent pour l’obtention de moyens financiers, sont sur-peuplées et dans la minorité des cas l’accès aux logements pour femmes* n’est pas gardé. La moitié des foyers allemands pour femmes* est régulièrement surpeuplé laissant des femmes* attendre des semaines pour obtenir une place (dans un lieu de refuge). Les institutions appropriées aux personnes trans*- et inter*-sexuelles sont peu communes en Allemagne bien que une personne trans* ou inter* sur deux ait mentionné avoir été victime de discrimination au moins une fois par an.

La situation pénale discriminante doit être changée!

La loi allemande actuelle portant sur l’agression sexuelle doit être modifiée afin qu’elle puisse offrir une protection suffisante aux victimes de violence sexualisée. Un Non doit être reconnu comme tel – y compris dans le domaine pénal!
La loi portant sur les transsexuels* sert à fabriquer et à maintenir une image genrée et à créer des clichés de maladies présupposées. Nous exigeons non seulement la suppression de la loi portant sur les transsexuels* mais aussi le soutien actif aux personnes qui ne s’identifient pas clairement en tant qu’homme* ou femme* – y compris le soutien pour leurs besoins spécifiques!
Nous mentionnons que nous sommes conscients que les lois ne transforment pas automatiquement la réalité des personnes concernées et nous exigeons une réflexion de l’ensemble de la société!

Pour l’autodétermination de la sexualité et du sexe!

Viens à la manifestation le 21 Novembre à 15:00! Nous rencontrerons au mémorial “24171” chez les Arcaden du Regensburg! Bienvenue à tous les sexes!

Les néonazis et les personnes qui par le passé se sont faits remarqués par des propos racistes, antisémites, sexistes, nationalistes, discriminants et prônant ou minimisant le national-socialisme ainsi que leurs sympathisants sont exclus de la manifestation.

Statement zu sexistischen Vorfällen auf der “Free Paul”-Demo

Ja, die immer mit ihrem Feminismus!

Am 12.09.2015 fand die „Free Paul“-Demo statt, bei der es zu Vorkommnissen kam, die aus unserer Sicht ziemlich unhaltbar sind. Aus diesem Grund haben wir dieses Statement verfasst, in dem wir uns allgemein zu Demonstrationsverhalten und -auftreten äußern wollen und zur Diskussion und kritischen Selbstreflexion anstoßen.
Wir finden das Konzept Black Block sinnvoll und wollen uns in unserer Kritik nicht ablehnend diesbezüglich äußern, aber dennoch dazu aufrufen, sich damit zu befassen, wann das Konzept sinnvoll ist und wann es lediglich der Profilierung dient.
Diese passiert unserer Meinung nach mitunter auch, wenn Personen, die als Frauen* gelesen werden, auf ekelhafteste Art und Weise aus einem Schwarzen Block gedrängt werden. Dies geschah auf der „Free Paul“-Demo in einer Form, von der wir gedacht hatten, dass sie tatsächlich inzwischen von weiten Kreisen einer radikalen Linken als unkorrekt erkannt worden wäre und das aus gutem Grund.
Denn es ist die eine Sache, Personen bei einer organisierten Aktion mit potenziellen brenzligen Situationen nicht in einer Reihe haben zu wollen, weil man sie nicht kennt. Es ist die andere Sache, Personen, die an der Demoorganisation mitgewirkt haben, einen Reihenplatz zugesichert bekommen hatten und als Frauen* gelesen werden aus Reihenstrukturen, die bis auf wenige Ausnahmen nur aus cis*-Männern* bestehen, zu drängen mit Aussprüchen, wie „Das ist unsere Reihe!“, „Seid ihr überhaupt organisiert?!“ und dann ernsthaft noch ein „Die immer mit ihrem Feminismus!“ hinterherzusetzen. Wir sind verdammt wütend über ein so ekelhaftes Dominanz- und Mackerverhalten, über so wenig Awareness im Bezug auf den eigenen Beitrag zur Demostruktur und zum Demoausdruck und einen dermaßen widerlichen und verachtenswerten Antifeminismus von jenen besagten ersten Reihen.

Dass Leute sich keine Gedanken darüber machen, wer Reihe läuft, ob eine annehmbare Zahl dieser Personen keine cis*-Männer* sind und dass kein Gedanke daran verschwendet wird, dass es ein ekelhaftes Mackerverhalten ist, Frauen* so aus Reihen zu schmeißen, erschüttert uns.
Es ist unserer Ansicht nach kein Problem, das Bedürfnis zu haben mit Menschen Reihe zu laufen, die man kennt, mit denen man sich wohlfühlt. Das zu kommunizieren ist aber scheinbar schon ein Problem für einige Macker, da dabei Gefühle und Bedürfnisse auf eine nicht-aggressive Art und Weise geäußert werden müssen.
Wie bereits erklärt gibt es aus unserer Sicht kein Problem damit, wenn zu einem nahen Zeitpunkt Aktionen geplant sind, die in ganz besonderem Maße Sicherheit erfordern. Das war allerdings auf der „Free Paul“-Demo zu dem Zeitpunkt nicht gegeben, da der Aktionskonsens war, bunt loszulaufen. Doch auch wenn unsere Genoss_innen schwarz gekleidet waren, hat das scheinbar nicht gereicht, um eine Daseinsberechtigung in besagten Reihen zu erlangen. Das wurde durch eine ekelhafte Kombination von Sexismus und Lookismus geäußert – vielleicht können Frauen* nur Reihe laufen, wenn sie MobAction-Bauchtasche und Jogginghose (nach Möglichkeit von Adidas oder Nike) tragen! Oder wenn sie in Leggins von Typen als so attraktiv gesehen werden, dass sie schonmal mitlaufen dürfen. Ein Anpassen an männlich* dominierte und von Mackerverhalten durchzogene Strukturen ist aber in jedem Fall Voraussetzung für die Respektierung oder eben auch nur Duldung.

 

Was wir danach noch mehr satt haben, als davor

Die Frage ist nun für uns: Was ziehen wir aus dieser Erfahrung? Und was sind grundsätzliche Anforderungen, die Demos im Bezug auf Gendersensibilität zu erfüllen haben, um einen in dieser Hinsicht emanzipatorischen Ausdruck zu haben?
Wir haben Demos, bei denen der Black Block und vor allem die ersten Reihen dessen aus fast ausschließlich weißen cis*-Typen bestehen satt! Wir haben es satt, den Blicken von Mackern genügen zu müssen, sich passiv gewalttätig, dominant und aggressiv äußern zu müssen, um als dem Black Block-würdig wahrgenommen zu werden. Um einem sexistischen Normalzustand auf Demos entgegenzuwirken, ist es mehr als notwendig, dafür zu sorgen, dass genügend nicht-cis*-Männer* in den ersten Reihen laufen und das ist mehr, als eine_r pro Reihe! Dass bei diesen Diskussionen immer wieder das Scheinargument fällt „Aber ihr könnt doch Leute nicht dazu zwingen, Reihe zu laufen.“ ignoriert vollkommen, dass es genug Menschen gäbe, die sich dafür bereit erklären würden eben dies zu machen, und leugnet den strukturellen Ausschluss im Bezug auf (militante) Aktionen von nicht-cis*-Männern*, die bei der Organisation und Durchführung von Demos meistens stattfindet. Das Problem sind nämlich nicht die Personen, die angeblich keinen Bock haben, sondern Strukturen und Normen, die für indirekte und direkte Ausschlüsse sorgen.
Das Problem ist zusätzlich, dass manche Leute immer noch nicht verstehen wollen, dass Demos nicht der Manifestation und des Beweisens der eigenen Männlichkeit* dienen. Demos haben bestimmte Anliegen, die Demos, an denen wir uns beteiligen wollen, sollten den Anspruch haben, emanzipatorische Inhalte zu vermitteln und außerdem sensibel im Bezug auf gesellschaftliche Machtstrukturen zu sein, die weiße, cis-positionierte, heterosexuelle und able-bodied Männer* privilegieren.

 

Start to communicate!

Außerdem ist uns wichtig, an dieser Stelle Kommunikationsformen zu thematisieren. Wir wünschen uns einen non-aggressiven und auf Konsensfindung ausgerichteten Umgang und eine solche Kommunikation unter Genoss_innen. Dazu gehört für uns auch, dass es kein Problem darstellt, Wohlfühlen oder Unwohl-Fühlen zu äußern, um für alle eine möglichst angenehme Atmosphäre bei Aktionen zu schaffen. Dazu gehört auch, sich nicht als Antifa-Macker aufzuspielen und Leute anzubrüllen, weil sie den wohl von den Personen gewünschten männlichen* Ausdruck der Demo stören könnten. Dazu gehört, dass tatsächliche Probleme kommuniziert und analysiert werden, was auch bedeutet, sich eventuell selbstkritisch reflektieren zu müssen. Denn für das Verhalten auf der besagten Demo von bestimmten Reihen gibt es keine andere Begründung, als das genannte Zusammenspiel von Sexismus und Lookismus.
Sicherheit auf Demos ist für uns ein wichtiges Thema, doch diesbezügliche Sorgen müssen auch dementsprechend geäußert werden ohne sexistische und lookistische Anmache, sowie dummes Dominanzgemackere. Es kann zudem nicht sein, dass sexistische Ausschlüsse stattfinden, die als vermeintliche Sicherheitsaspekte und Sorgen verkauft werden wollen, was wiederum nur durch angemessene Kommunikation verhindert werden kann und ohne „Die immer mit ihrem Feminismus!“ – sofern denn der Wille überhaupt besteht, Sexismus so wenig wie möglich zu reproduzieren.

 

Gendersensible Aktionskonsense und die Notwendigkeit der (Selbst-)Reflexion

Wir plädieren allgemein und auch von der Situation unserer Genoss_innen unabhängig für mehr Awareness bei Bezugsgruppen und Aktionen, wie auch auf Demos. Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang untereinander, denn es kann nicht sein, dass in einem Schwarzen Block, dessen Konzept in erster Linie eine Schutzfunktion darstellen soll, nur die Leute mitlaufen können, die die anerkannten (männlichen*!) Verhaltensmuster performen können und im Übrigen kein Problem mit Gewalt haben. Ein Black Block muss sich an die Bedürfnisse und den Aktionskonsens der Leute anpassen, nicht die Leute an die Forderungen des Black Blocks.
Bei der Demovorbereitung muss über einen Aktionskonsens gesprochen werden, sichere Räume auf Demos muss es auch für Personen geben, die sich selbst gut genug einschätzen, um zu wissen, dass sie eventuell mal rausmüssen. Wenn Black Block inzwischen heißt, immer stabil stehenbleiben zu müssen, selbst wenn man sich in bestimmten Situationen krass unwohl fühlt, ist das Konzept eines, das drastisch verändert werden muss, um einem linksradikalen Anspruch wieder gerecht zu werden.
Wenn Black Block weiterhin so cis*-männlich* dominiert wird und nicht bewusst dafür gesorgt wird, das starre patriarchale Konzept innerhalb des Konzepts Black Block zu durchbrechen, hat er jeden emanzipatorischen Anspruch verloren und damit auch jede Brauchbarkeit und Legitimation.

Insofern bleibt die dringliche Aufforderung, eigenes und kollektives Demoverhalten zu reflektieren, auf den Ausdruck von Demos und vor allem des Black Block zu achten, unterdrückende Strukturen innerhalb einer Demoorganisation zu analysieren und zu durchbrechen und verdammt nochmal respektvoll und solidarisch miteinander umzugehen!

 

Abschließend? Mackertum hat nix mit Antifa zutun!

Wir möchten abschließend noch darauf hinweisen, dass sich einige Personen aus Orga-Kreisen der Demo, die das mitbekommen haben, den betroffenen Personen gegenüber sehr solidarisch verhalten haben und ihre Plätze bei Bedarf abgetreten hätten. Letztendlich wurde auf der Demo stattdessen aber noch eine zusätzliche Reihe gezogen, die für die cis*-Typen hinter und vor unseren Genoss_innen scheinbar schlimmer war, als der eigentliche Demogrund, da unsere Genoss_innen daraufhin die ganze Demo lang (sexistisch) angepöbelt wurden.
Uns ist außerdem wichtig zu sagen, dass diese Situation in unseren Augen kein vordergründiges Versagen von Teilen der Reihenorga war, sondern im Endeffekt ein krass ekelhaftes Fehlverhalten von bestimmten Reihen und deren Leuten. Es ist selbstverständlich nicht tragbar, dass so wenige nicht-cis*-Männer* in den vorderen Reihen mitgelaufen sind, das ist allerdings unserer Meinung nach mitunter auch die Aufgabe der Leute, die beschließen, gemeinsam eine Reihe zu stellen.

Wir bleiben ungemütlich und werden so ein Verhalten gegenüber unseren Genoss_innen nicht einfach so hinnehmen. Wir fordern dazu auf, sich in einer solchen Situation deutlich gegen sexistisches Verhalten zu positionieren und notwendige konsequente Schritte zu gehen.
Denn:
Mackertum hat nix mit Antifa zutun!

Marsch für das Leben? – What the Fuck!

„Marsch für das Leben“? – What the fuck!
Antifeminismus sabotieren! Für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren! Christliche FundamentalistInnen blockieren!

Dem Marsch, seinen AkteurInnen und ihrem Gedankengut entschlossen entgegentreten!
Für den 19. September 2015 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BVL) wieder zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Der Marsch ist einer der wichtigsten öffentlichen Auftritte der selbsternannten „LebensschützerInnen“1 und verbindet eine breite reaktionäre, antifeministische und fundamentalistische Bewegung, die sich im Rahmen dieser jährlichen Veranstaltung kontinuierlich verfestigt. Betroffen von der Forderung des BVL nach einem generellen Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen sind vor allem Frauen_Lesben_Trans*_Inter* (kurz: FLTI*2). Ihre Möglichkeiten, darüber zu entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft austragen wollen oder nicht, sollen noch weiter eingeschränkt werden. Nicht zuletzt die wachsenden TeilnehmerInnenzahlen des Marsches, von der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft bis hin zu organisierten Neonazis, machen eine entschlossene Antwort notwendiger denn je. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir die Abtreibungs-GegnerInnen nicht ungestört ihre antifeministischen und reaktionären Positionen verbreiten lassen! Wir werden für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren und anschließend den „Marsch für das Leben“ blockieren!

Sexualität nur im Dienste der Fortpflanzung – What the fuck?
Der Bundesverband Lebensrecht, der zum 13. Mal zu einem „Marsch für das Leben“ nach Berlin mobilisiert, steht für ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und bezeichnet dies als „Lebensschutz“. Die Märsche, die jährlich in Annaberg-Bucholz, Berlin, Freiburg, Fulda, München und Münster stattfinden, sind dabei die wichtigste Aktionsform für die „LebensschützerInnen“. Die Zahl der TeilnehmerInnen des Berliner »Marsches« wuchs dabei in den letzten Jahren kontinuierlich an. Waren es 2008 noch weniger als 1000 Fundis, beteiligten sich letztes Jahr über 5.000 AbtreibungsgegnerInnen. Für dieses Jahr kündigen die OrganisatorInnen wieder knapp 30 Sonderbusse aus dem ganzen Bundesgebiet an. Prominente Politiker_innen etablierter Parteien bekunden offen ihre Unterstützung für die Ziele der „LebensschützerInnen“, offenbar ohne dabei Kritik fürchten zu müssen. Grußworte beigesteuert haben 2014 neben dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder auch der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe. Kern der Argumentation der „LebensschützerInnen“ ist die Gleichsetzung von befruchteter Eizelle und Kind. Ein Schwangerschaftsabbruch wird somit zur „vorgeburtliche Kindstötung“, die bestraft und verboten werden soll. Diese Gleichsetzung von Embryo und Kind ist dabei eine sehr wirksame soziale Konstruktion, bei der dem Leben und den Interessen der FLTI* das Leben und die Interessen des ungeborenen „Kindes“ gegenübergestellt werden. Einer befruchteten Eizelle werden dabei alle möglichen Eigenschaften sowie ein eigener Lebenswille zugesprochen. Aus diesen Gedanken heraus erscheinen den Abtreibungsgegner_innen alle Schwangerschaftsabbrüche als „Massenmord am ungeborenen Leben“.

Die meisten der AbtreibungsgegnerInnen sind christliche FundamentalistInnen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der bürgerlichen Kleinfamilie, Zweigeschlechtlichkeit, Trans*feindlichkeit, einer strengen Sexualmoral, einem Verbot von Homosexualität und auf „Schicksals“-und Obrigkeitsergebenheit beruht. In der Argumentation der FundamentalistInnen ist ein Embryo vor allem deshalb so wertvoll, weil er ein Segen Gottes ist. Das Leben generell steht für die „LebensschützerInnen“ im Dienste Gottes, nicht nur das des Embryos, sondern auch das der Schwangeren, welche ihre Interessen einem göttlichen Plan unterordnen soll.

Mit der Berufung auf „altbewährte“ Normen bieten die „LebensschützerInnen“ dabei eine einfache Antwort auf die Verunsicherungen u.a. des kapitalistischen Alltags, die insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise laut werden und die der bürgerlichen Gesellschaft des Kapitalismus aufgrund seiner Zwänge und Widersprüche innerlich sind. Dahinter stecken vermeintliche Ängste vor dem Verlust des eigenen Lebensstandards, die sich in der Abneigung von allem „Neuen“ äußern, zum Beispiel in der Aufweichung des traditionellen Familienmodells oder auch einer sogenannten  „Überfremdung“ durch Geflüchtete. Ihre Vorstellungen von Familie und Sexualität stützen sich dabei auf patriarchale Gesellschaftsstrukturen, deren Kern die weiße heterosexuelle Kleinfamilie und der Ausschluss aller Abweichungen von dieser sind.

Familie als Keimzelle der Nation – What the fuck?
Die Sehnsucht nach rückwärtsgewandten Lebensentwürfen als stabilisierende Koordinaten kommt  in der Ablehnung vermeintlich schädlicher Folgen von Modernisierung und Individualisierung zum Ausdruck, beispielsweise in den Debatten um „Genderismus“ der sogenannten „Besorgten Eltern“ und in deren Externalisierung auf ‘Fremdes’. Der „Marsch für das Leben“ ist ein Ausdruck dieser reaktionären gesellschaftlichen Debatten. Im Zuge zunehmender rechtspopulistischer Mobilisierungen in Europa können sich die christlichen FundamentalistInnen mit ihren Positionen einer wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz sicher sein. Der Marsch hat damit über das Spektrum des christlichen Fundamentalismus hinaus Bedeutung als ein breites Sammelbecken reaktionärer, nationalistischer und völkischer Positionen und politischer Kräfte.

Nicht erstaunlich, zeigen sich ihre Argumentationen doch immer wieder offen und anschlussfähig gegenüber nationalistischen und rassistischen Argumentationen. Während das Selbstbestimmungsrecht von FLTI* in der christlichen Rhetorik dem vermeintlichen Dienst an Gott untergeordnet wird, sind es eben auch Volk und Nation, denen sie als „Mütter“ zu dienen haben. So formuliert die Vorsitzende der AfD, Frauke Petry: „Die deutsche Politik hat eine Eigenverantwortung, das Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation sicherzustellen.“ Sie bedient damit eine zentrale Argumentation sowohl der „Lebensschutz“-Bewegung als auch der Neuen Rechten, die beide in völkisch-nationalistischer Manier die Hebung der ‘deutschen’ Geburtenrate zur Lösung der demografischen Krise fordern. Personen der organisierten „Lebensschutz“-Bewegung sind politisch  mit reaktionären und konservativen Parteien und Organisationen bestens vernetzt. So sind beispielsweise auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière oder die Europaparlaments-abgeordnete  der AFD Beatrix von Storch gern gesehene Gäste auf den Veranstaltungen der fundamentalistischen ChristInnen und anderer „Lebensschutz“-Organisationen. Über das Thema vernetzen sie sich auch mit der Neuen und radikalen Rechten. Dies zeigen beispielsweise Interviews des Vorsitzenden der BVL, Martin Lohmann, in Zeitschriften wie der  „Jungen Freiheit“und dem Magazin „Compact“. Besonders zynisch wird ein nationalistischer „Lebensschutz“ in Anbetracht des politischen Tagesgeschehens, in dessen Folge durch Abschottung und Austerität an Europas Außengrenzen und seiner Peripherie tausende Menschen verelendet werden und sterben.

Christlicher Fundamentalismus und Abtreibungsverbot – What the fuck?
Weltweit sind Abtreibungs- und andere reproduktive Rechte umkämpft, von deren Einschränkungen vor allem FLTI* betroffen sind. Nach wie vor sterben weltweit jährlich mehrere zehntausend FLTI* an nicht korrekt durchgeführten – weil illegalisierten –Schwangerschaftsabbrüchen. Anders als oft angenommen gilt eine Abtreibung auch in Deutschland gemäß §218 Strafgesetzbuch weiterhin als Straftat, die nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei bleibt. Wer abtreiben will, muss sich zwangsweise von staatlich anerkannten Stellen beraten lassen und danach drei Tage warten, bevor der Eingriff vorgenommen wird. Diese Regelung bedeutet eine staatlich institutionalisierte Entmündigung von FLTI*, die nicht selbst über ihren Körper und ihre Lebensplanung entscheiden dürfen. Die Beratung und Abtreibung muss in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft geschehen – es sei denn, es wird eine „Gefahr für die psychische und physische Gesundheit“ der schwangeren Person festgestellt.

Andererseits sind aber „Schädigungen“ des Fötus, die in vorgeburtlichen Untersuchungen festgestellt werden, oft der eigentliche Grund für einen Abbruch nach der zwölften Woche. FLTI* werden zunehmend für die „Gesundheit“ und „Qualität“ ihres Nachwuchses zur Verantwortung gezogen und zu solchen Untersuchungen gedrängt. Dass sie ein Recht auf Nichtwissen haben, wird meist nicht erwähnt. Ein Gen-Test mit dem Blut der schwangeren Person auf Trisomie 21 („Down-Syndrom“) wurde 2013 auf dem deutschen Markt zugelassen. Der Druck auf Schwangere zur Selektion ist Bestandteil der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, die mit rassistischen, ableistischen (behindertenfeindlichen) und sexistischen Normvorstellungen aufrechterhalten wird.

Auffallend ist, dass in der Lebensschutz-Bewegung zunehmend nicht mehr nur die Kritik an Schwangerschaftsabbrüchen laut wird, sondern darüber hinaus auch vermehrt als Kritik am Selbstbestimmungs-Begriff. Insbesondere im Zusammenhang mit den Diskussionen um Sterbehilfe, Pränataler Diagnostik und Präimplantationsdiagnostik deklariert die Lebensschutz-Bewegung die Kritik an der Selbstbestimmung als ihr Thema. Diese auch berechtigte Kritik am Begriff der Selbstbestimmung und den Verfahren vorgeburtlichen Diagnostik greift die Lebensschutzbewegung in Form einer Selektionskritik im Namen Gottes auf. Hierbei inszenieren sie sich, trotz jahrzehntelanger Selbstorganisation von Menschen mit Behinderung, als rettende und legitime HelferInnen. Selbstbestimmung wird darin kritisiert, weil in ihr die Gefahr einer Emanzipation von Gott lauert. Dabei sollen nicht die lebenden Menschen entscheiden, wann sie sterben wollen oder ob sie Schwangerschaften austragen, sondern Gott.

Eine kritische emanzipatorische Perspektive am Konzept der Selbstbestimmung im Kontext der kapitalistischen Verhältnisse sieht jedoch anders aus. Selbstbestimmung im Kapitalismus  bedeutet oft eine permanente Leistungsbereitschaft, Selbstoptimierung und Dauerverwertung. Selbstbestimmung muss trotz aller Widersprüchlichkeiten dennoch eine wichtige Forderung queerfeministischer Kämpfe bleiben. Denn wo weiße deutsche cis*-Frauen überlegen können, inwiefern ihre selbstbestimmten Entscheidungen für oder gegen eine Schwangerschaft ideologisch aufgeladen sind, haben eine solche Möglichkeit nicht alle FLTI*. Das gilt beispielsweise in Deutschland sowohl für illegalisierte FLTI* als auch für Trans* und Inter*Personen, die mit weitaus höheren pathologisierenden medizinischen Barrieren rechnen müssen, sofern sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

Unsere Antwort: Sabotieren, Demonstrieren, Blockieren!
Auch wenn sich die „LebenschützerInnen“ oft als harmlose Gläubige darstellen, sind sie das keineswegs. Im Gegenteil: Reaktionärer Fundamentalismus ist eine reale Gefahr. Er ist es als christlich fundamentalistische „Lebensschutz“-Bewegung und er ist es als reaktionäre Bewegung von Rechtspopulist_innen und Rechtsradikalen. So bedrängen „LebensschützerInnen“ regelmäßig FLTI* mit Horrorbildern von Abtreibungen im Rahmen von weltweit praktizierten “Gehsteigberatungen”. Insbesondere in den USA kommt es hier vermehrt zu körperlichen Angriffen auf FLTI* oder auf entsprechende Kliniken.

Ihr Einfluss in Gesellschaft, Medien und Parlamenten wächst. Die EU-weite Petition der Bürgerinitiative „One of us“ erreichte mehr als 1,8 Millionen Unterschriften. Darin wird u.a. gefordert, dass Entwicklungshilfeorganisationen, die FLTI* den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen gewährleisten, die finanziellen Mittel gestrichen werden. Durch Aktionen wie den “Marsch für das Leben” versuchen sie ihre Positionen weiter in die Öffentlichkeit zu tragen und zu stärken. Das werden wir nicht zulassen! Wir müssen den „Marsch für das Leben“ als das verstehen, was er ist: Keine harmlose Prozession von Christ_innen, sondern ein direkter Angriff auf die sexuelle und körperliche Selbstbestimmung von FLTI*s und allen Menschen, die sich keinem reaktionären, nationalistischen und rassistischen Gesellschaftsbild beugen wollen! Diesem Angriff werden wir uns entschlossen entgegenstellen! Deshalb rufen wir dazu auf, sich an unserer feministischen und antifaschistischen Demonstration zu beteiligen und anschließend den “Marsch” der FundamentalistInnen zu blockieren und zu sabotieren!

Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der weder religiöse Moralvorstellungen, gesellschaftliche Normierungen noch staatliche Zugriffe über das Leben und den Körper von Menschen bestimmen.
FLTI* sollen auf Grund eines Schwangerschaftsabbruches weder gesundheitliche noch rechtliche oder wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft soll ohne Eingriff oder Belehrungen des Staates und ohne Angst vor moralischer Verurteilung möglich sein. Dazu gehört auch der Zugang zu Verhütungsmitteln wie der Pille danach. Um die Rahmenbedingungen für eine weitreichende Selbstbestimmung über den eigenen Körper herzustellen, muss Abtreibung legalisiert werden. Wir wollen eine Gesellschaft, in der eine „Behinderung“ kein Problem oder Mangel darstellt und nicht als medizinisches Argument für Schwangerschaftsabbrüche angebracht wird. Kein Mensch soll sich aus einer gesellschaftlichen Verwertungslogik heraus „verpflichtet“ fühlen abzutreiben, weil eine Behinderung des späteren Kindes wahrscheinlich erscheint. Wir fordern eine Gesellschaft, in der sexuelle Selbstbestimmung und unterschiedliche sexuelle Lebensweisen gleichberechtigt anerkannt werden. Wir fordern eine Gesellschaft ohne Rassismus, Behindertenfeindlichkeit, Nationalismus und Volk. Wir kämpfen für eine emanzipatorische Praxis von Selbstbestimmung, die sich nicht in kapitalistischen Verwertungslogiken verirrt und nur jenseits von gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen funktionieren kann.

Antifaschistische und queerfeministische Demonstration: 19. September 2015, 11 Uhr, S Anhalter Bahnhof (Bahnhof verfügt über einen Fahrstuhl)

Für mehr Infos checkt:

http://whatthefuck.noblogs.org/aufruf2015/

Protest gegen das Open-Air-Konzert der Band “Die Bandbreite”

[Content note: sexualisierte Gewalt, sexism]

Auf dem Wittelsbacherplatz in der Münchner Innenstadt soll gegen 16.00 Uhr die frauenfeindliche und rechtsoffene Band “Die Bandbreite” bei der querfrontlerischen “Mahnwache spezial” (ab 14.00 Uhr) auftreten.

“Die Bandbreite” ist durch ihre Offenheit gegenüber der neonazistischen und radikalen Rechten (siehe die “Endgame”-Kundgebung am 21. Februar 2015 in Halle) genauso aufgefallen wie durch verschwörungstheoretische und antiamerikanische Texte sowie massiven Sexismus in ihren Songs. So heißt es in dem Lied “Man Kennt uns”: “Ich brauch jetzt was Williges, seh ichs, brauch ichs, will ich es; was heute wichtig is, is letztlich was recht Billiges (…) Ey, Emanzen nach hinten, darf ich denn zum Tanze bitten?” und im Lied “Eingelocht”: “Ne, ne, es tut dir weh, doch wir warten nich, wo ich doch so selten ma n harten krich. du bis nich artig und jetzt kommt deine Strafe, du kanns nicht erwarten, datt ich zärtlich mit dir schlafe.”

(via aida-archiv.de)

Wir rufen dazu auf, laut und entschlossen gegen das Konzert der Band “Die Bandbreite” zu protestieren! Kommt deshalb am Samstag, den 18. Juli um 16 Uhr zum Odeonsplatz!

Fight sexism!

Queerkafe goes friday!

queerkafe

Das Queerkafe und Feminist Subversion schmeißen am Freitag eine großartige Party. Erst gibt es einen Vortrag über queere Geschichte, dann spielt Michael Lobesan und danach legt DJ A* auf. Wie immer gibt es dazu kühle Getränke und leckeres veganes Essen! Kommt zahlreich, es darf gefeiert werden!

Soli-Eintritt: 3-5€

Einlass: 19:00 Uhr

Für die Freiheit, für das Leben – Selbstbestimmung muss es geben!

variante

Alle Jahre wieder kommen christliche Fundamentalist_innen nach München, um “ein authentisches Zeugnis für eine “Kultur des Lebens“ [zu] geben“. So auch dieses Jahr am 9. Mai 2015. Die Fundis wollen sich um 14:30 Uhr am Sendlinger Tor versammeln, um von dort ihren „Gebetszug“ zu starten.

Bei diesen 1000-Kreuze-Märschen wollen sie gegen das Recht auf Abtreibung und gegen selbstbestimmtes Lieben und Leben demonstrieren, da in deren Augen Abtreibung einen Mord und die momentane Rechtslage ein sogenanntes „Töten-Wollen-Dürfen“ darstellt. Dass bei einer Abtreibung eine Ansammlung von Zellen ohne Bewusstsein o.ä. aus dem Körper der Person entfernt wird, akzeptieren die reaktionären Christ_innen von EuroProLife und Co. nicht. Stattdessen wird eine Frau*, die abtreibt, als Kindesmörderin diffamiert und der eigentliche Eingriff als ein unmenschlicher Akt der Grausamkeit gesehen. Hierbei werden die Bedürfnisse und Wünsche der Person, bei der der Eingriff durchgeführt wird, komplett ignoriert und ihr Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper und ihr Leben aberkannt. Die betroffenen Personen, die in solchen Situationen oft einer starken emotionalen Belastung ausgesetzt sind, werden durch eine derartige anti-emanzipatorische Propaganda auch noch von außen psychisch unter enormen Druck gesetzt.

Das reaktionäre Weltbild der Abtreibungsgegner_innen zeigt sich nicht ausschließlich in ihrem sexistischen Bild von Frauen*, bei dem solche lediglich als Brutkästen und Kinderbeauftragte fungieren und so über ihre potenzielle Fähigkeit Kinder zu gebären definiert werden, sondern auch in ihrer heteronormativen Vorstellung von Beziehung und Familie. In ihren Augen wird lediglich die kleinbürgerliche, heterosexuelle Familienkonstellation als richtig anerkannt, worin sich Homosexuellenfeindlichkeit und die Abwertung sämtlicher nicht-„traditioneller“ Begehrens- und Lebensformen äußert, ganz zu schweigen davon, dass es für sie nur cis-Männer* und cis-Frauen* gibt – nichts zwischen und außerhalb einer binären Geschlechterordnung.

Wie EuroProLife in seinem Aufruf schon ganz richtig erkannt hat, soll auch dieses Jahr kein „friedliches Demonstrieren für „eine Kultur des Lebens und der Liebe““ möglich sein.
„Wir müssen auch in diesem Jahr wieder mit Störaktionen durch Linksextremisten rechnen.“ Das sollten sie in der Tat, denn wir akzeptieren keine Stimmungsmache gegen ein schönes, befreites Leben in jeglicher Form. Wir fordern ein uneingeschränktes Selbstbestimmungsrecht, was natürlich auch die Abschaffung des Paragraphen 218 StgB bedeutet!

Als ob uns Bagida als „pro-abendländische“ Bewegung nicht genügend nerven würde, schließen sich die christlichen Fundamentalist_innen ihrem Ruf nach dem „Schutz des Abendlandes mit seinen christlichen Werten“ an. Es ist immer und zu jeder Zeit notwendig, sich reaktionären Bewegungen, wie diesen, entgegenzustellen – egal, ob „Pro-Abendland“ oder „Pro-Life“!

Lasst uns ihre „Gebet[e] für einen geschützten Verlauf der Veranstaltung“ mit einem entschlossenen und lauten Protest beantworten!

Raise your voice – your body, your choice!

Gegen den 1000-Kreuze-Marsch!

Treffpunkt: 14:00 Uhr am Sendlinger Tor