Frauen*kampftag 2017

8. März 2017
17:00bis20:00

Wir teilen den Aufruf vom Petra Pan Projekt für eine Kundgebung in Regensburg, zum Frauen*kampftag 2017.

We don´t want a piece of the pie. We want to change the whole damn recipe!

Wichtige Kundgebung!
Raus zum internationalen Frauen*KAMPFtag!

“Dieser Internationale Frauentag ist die wichtigste Kundgebung für das Frauenwahlrecht gewesen, welche die Geschichte der Bewegung für die Emanzipation des weiblichen Geschlechts bis heute verzeichnen kann.”
Clara Zetkin, 1911

Als vor über 100 Jahren tausende Frauen in den USA auf die Straßen gingen, um für ein würdiges und gleichberechtigtes Leben zu kämpfen, wurden sie angespuckt, mit Knüppeln geschlagen und eingesperrt. Es kostete zahlreichen Aktivist*innen die Freiheit oder gar das Leben, es dauerte lang und dauert noch an. Vieles, was für uns im „Hier und Jetzt“ selbstverständlich erscheint, war noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar: das Recht auf Bildung, Beteiligung und Selbstbestimmung für Frauen etwa.

Doch warum immer wieder einhalten, zurückschauen und erinnern? Warum nicht das Errungene hinnehmen und weitermachen?

Ganz einfach: Weil das vermeintlich Errungene noch längst nicht für alle und überall gilt. „Nobody´s free until everybody is free“ wie die Bürgerrechtskämpferin Fannie Lou Hammer es einmal zusammenfasste. Und weil das Errungene nicht weit genug geht.

Feminismus reloaded?
Aber wofür heute noch kämpfen?
Oder wogegen?

Gerne wird an dieser Stelle, an diesem Tag oder in vergleichbaren Zusammenhängen der jeweils aktuelle Gender-Gap-Report zitiert. Die „Kluft zwischen den Geschlechtern“ hat sich weder in Sachen politischer Beteiligung noch im Bereich der Arbeitsbedingungen annähernd geschlossen. Auf gleiche Bezahlung und Co. dürfen Frauen* gemäß des jüngsten Berichts wohl noch weitere 170 Jahre warten. EqualPay und vermeintliche Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt – in einer neoliberalen, patriarchalen Gesellschaftsordnung bedeutet dies für Frauen* meist ohnehin nichts anderes als das mühsame Balancieren mit Belastungen im täglichen Spagat zwischen Berufstätigkeit und Care-Arbeit. Feministische Kämpfe betrafen und betreffen eben nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen, verlangen nicht nur nach einem Stück vom Kuchen. So wichtig erkämpfte rechtliche oder institutionelle Errungenschaften auch sind und so sehr diese auch für alle jene erstritten werden müssen, die aktuell keinen Zugang dazu haben, so sehr müssen feministische Kämpfe sich auch auf den ganzen Kuchen konzentrieren. Es geht darum, dass verdammte Rezept einer kapitalistischen, patriarchalen Gesellschaftsordnung zu ändern.
Das betrifft auch das Verhalten der Akteur*innen, die in dieser Struktur sozialisiert wurden und sich in ihr bewegen. Das betrifft beispielsweise das Aufbegehren gegen sexualisierte Gewalt ebenso wie die Bekämpfung der Abwertung all jener Lebens- und Begehrensformen, die nicht ins hetero-normative Männlein-Weiblein-Kind-Schema passen. Das bedeutet aber auch eine Auseinandersetzung mit den strukturellen Begründungszusammenhängen.
Der erkämpfte Status Quo, der längst nicht weit genug geht und nicht für alle gilt, beginnt in Zeiten von Rechtsruck und Rollback zu bröckeln. Immer wieder versuchen rechtskonservative Parteien und fundamentalistisch-religiöse Strömungen Frauen* in vermeintlich „traditionelle“ Rollen zurückzudrängen. Frauenrechte werden von all jenen, die sich ansonsten einen feuchten Kehricht um Emanzipation und gesellschaftlichen Fortschritt scheren, allenfalls dann gerne aus der Versenkung geholt, wenn sie instrumentalisiert werden können, beispielsweise um rassistische Ressentiments zu schüren. Feministische Kämpfe richten sich nicht immer nur gen Zukunft. Manchmal ist eine Verteidigung gegen einen Rückfall in Zustände, die vermeintlich überwunden waren, bitter nötig.

Und deswegen lassen wir uns das Recht darauf nicht nehmen, gegen den sexistischen Normalzustand anzutreten, Tag für Tag.
All jenen, die feministische Kämpfe gerne als überflüssig, lächerlich oder gefährlich brandmarken, halten wir gernenoch einmal Clara Zetkin entgegen, die schon vor über 100 Jahren mahnte:„Lassen wir uns nicht schrecken durch die Ungunst äußerer Umstände, haben wir für alle Schwierigkeiten nur eine Antwort: Erst recht.”

In diesem Sinne: Es ist noch nicht Zeit aufzugeben, sich zurückzulehnen oder umzukehren!
Raus auf die Straße zum 8. März!
Raus zum internationalen Frauenkampftag!

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